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    Teppiche zum Verlieben

    Getuftet, gewebt oder geknüpft – das sind die Unterschiede

    weiß-schwarzer Hochflor-Teppich

    Tatsächlich gibt es viele Möglichkeiten, einen Teppich herzustellen. Die bekanntesten sind tuften, weben oder knüpfen, wobei am Häufigsten getuftet wird. Das funktioniert ähnlich wie bei einer Nähmaschine: Nadeln stechen das Garn in ein Grundmaterial ein, ziehen es aber nicht fest, sondern lassen Schlaufen stehen. So einen Teppich bezeichnet man als Schlingenflorteppich oder Loopware. Schneidet man die Schlaufen auf, entsteht ein Schnittflorteppich, auch als Veloursteppich bekannt. Damit die Schlaufen im Grundmaterial halten, wird das Garn auf der Rückseite kaschiert (=befestigt).

    Beim Weben spannt man zunächst vertikale Kettfäden auf einen Webstuhlrahmen und zieht dann rechtwinklig die Schussfäden hindurch. Dieses Verfahren gilt als eines der ältesten Handwerke der Menschheit. Beim Knüpfen werden einzelne, kurze Flormaschen auf eine Unterlage geknotet. Dabei gibt es riesige Unterschiede, sowohl was das Material als auch die Knotendichte angeht.

    Die verschiedenen Teppichmaterialien

    Teppiche bestehen entweder aus Naturfasern, Kunstfasern oder einem Mix aus beiden. Zu den Naturfasern zählen Wolle, Sisal oder Seide. Sie sorgen für ein gutes Raumklima. Dabei gilt Sisal als extrem strapazierfähig und Wolle als besonders schmutzabweisend. enerell muss man jedoch sagen: Teppiche aus Kunstfasern sind pflegeleichter. Ein Aspekt, der vor allem dann wichtig ist, wenn es sich um viel belaufene Räume wie den Flur handelt oder wenn Tiere im Haushalt leben.

    beiger Baumwollteppich

    Teppichformen: rund, eckig oder doch lieber hexagonal?

    gelber Teppich mit weißer Sonne

    Rund, quadratisch, rechteckig – das sind die gängigsten Teppichformen. Wohl auch, weil sie am besten in unsere fast immer rechteckigen Räume passen. Aber es gibt auch ausgefallene Varianten: nierenförmige Teppiche, ovale oder solche mit sechs, acht oder noch mehr Ecken. Manchmal werden bekannte Formen auch vollkommen aufgelöst und z.B. Teppichkreise aneinandergereiht oder Rechtecke verschachtelt. Aber Achtung: Je ungewöhnlicher die Form, desto mehr Raum braucht sie, um zu wirken. Unter Sofa, Couchtisch und Sessel gequetschte Rauten, Diamanten oder Tropfen haben keine Chance ihr wahres Potential zu entfalten.

    Kurzflorteppiche – die Alleskönner

    Kurzflor bedeutet, dass der Flor eines Teppichs weniger als 1,5 Zentimeter hoch ist. Ziemlich flach also. Und das hat Vorteile: In niedrigem Flor verfängt sich nicht so leicht Schmutz oder Staub. Deshalb sind Kurzflorteppiche für Allergiker geeignet und einfacher zu händeln, wenn Tiere im Haushalt leben. Zudem sind sie strapazierfähiger als Hochflorteppiche und eigenen sich deshalb prima für viel belaufene Räume wie den Flur. Nachteil: Kurzflorteppiche sind nicht ganz so flauschig.

    grau-weiß gepunkteter Teppich

    So schön kuschelig – Shaggy- und Hochflorteppiche

    blauer Hochflor-Teppich

    Luxus für die Füße – Hochflorteppiche haben einen weichen Flor, der meist zwischen 1,5 und 5 Zentimetern hoch ist. Alles darüber wird noch kuscheliger und gilt als Langflorteppich. Bei hübsch zerzausten Hoch- oder Langflorteppichen sprechen wir vom Shag oder Shaggy-Teppich (kommt aus dem Englischen: shaggy = struppig).

    Hochflorteppiche machen sich prima im Wohn- oder Schlafzimmer. Wenn deine nackten Füße sich morgens in den weichen Flor kuscheln, hat der Tag gleich schonmal ein paar Punkte gesammelt. Weniger eignen sie sich für viel belaufene Räume wie Flur oder Küche, weil sie Schmutz anziehen und zwischen ihrem Flor verstecken. Deshalb sind Hochflorteppiche auch keine gute Idee für Allergiker oder bei Haushalten mit Tieren.

    Vintage – der Teppich mit Patina

    Als Vintage bezeichnet man Teppiche mit einem gewissen used look. Das können sowohl neue Teppiche sein, die auf alt getrimmt wurden, als auch tatsächlich alte Exemplare, die heute in einem neuen Kontext modern wirken. Manchmal bezeichnet Vintage auch einen Teppich, der aus vielen Teilen alter Teppiche neu zusammengesetzt wurde, gerne im Patchwork-Stil.

    Vintage Teppich in rot-blau

    Natur pur mit Wollteppichen

    bunter Wollteppich

    Als Naturmaterial wirken sich Wollteppiche positiv auf das Raumklima aus. Wollfasern speichern Feuchtigkeit und Wärme gut, nehmen Gerüche auf und sind schmutzabweisend. Sie sind leicht gekräuselt, was einem Wollteppich immer ein gewisses Volumen beschert. Meistens werden Wollteppiche in ganz unterschiedlichen Verfahren gewebt. Aber es gibt auch getuftete Ware oder Teppiche, die aus aneinandergenähten gefilzten Wollbällen bestehen.

    So schön wie früher – Teppiche im Retro-Stil

    Bei Retro-Teppichen geht es um Muster und/oder Farben früherer Stilrichtungen, die heute neu aufgelegt werden. Im Gegensatz zu Vintage spielt der used look dabei keine Rolle. Beispiel: Ein großes Comeback feiert seit einiger Zeit der Midcentury-Modern-Stil aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Bei Teppichen spielt man zudem gerne mit alten Ornamenten, die zu neuen Mustern verarbeitet werden.

    gelb-weißer Teppich

    Der Kelim – Star des modernen Boho-Looks

    grünes Sofa mit blau-weißem Teppich

    Unter Kelim versteht man einen gewebten Teppich, dessen Muster auf Vorder- und Rückseite gleich aussieht. Ursprünglich stammt diese Art der Teppichherstellung aus den Balkanländern sowie aus dem Vorderen und Mittleren Osten. Ein Kelim ist ein sogenannter Flachgewebeteppich, d.h. er besitzt keinen Flor. Deshalb eignen sich Kelims sowohl für Allergiker als auch für Haushalte mit Tieren. Weiterer Vorteil: Kelims sind recht leicht und lassen sich deshalb prima ausschütteln. Sie sind robust und können gut in vielbelaufenen Räumen wie dem Esszimmer oder dem Flur liegen.

    Gabbeh – Handwerkskunst aus Persien

    Bei einem Gabbeh handelt es sich um einen traditionell handgefertigten Perserteppich, der durch eine grobe Knüpfung besonders luftig und weich ist. Charakteristisch waren früher große Farbflächen, geometrische Figuren und abstrakte Designs. Aber unter europäischem Einfluss verschwanden die bunten Muster, so dass Gabbehs heute eher einfarbig und mit sparsamen Ornamenten (wenn überhaupt) hergestellt werden. Zudem kommen Gabbeh-Teppiche heute meist aus Indien, bestehen aber genauso wie früher aus einem Wolle-Baumwolle-Mix.

    blauer Teppich

    Mondän und rustikal: Felle & Fellteppiche

    brauner Fellteppich mit Deko

    Bei Fell unterscheidet man zwischen flauschigem Langhaarfell (meist Schaffell) für Sessel, Stuhl oder Sofa und weichem Kurzhaarfell (meist Rinderfell) als Teppich. Generell wirkt Fell sehr warm und gemütlich, mit einem Hang zum Mondänen und Rustikalen. Wichtig: Tierfell ist als Teppich nicht sehr strapazierfähig. In stark beanspruchten Räumen oder mit Esszimmerstühlen, die immer wieder darüber rutschen, kommt es schnell zu kahlen Stellen.

    Du magst die Optik von Fell, willst aber kein echtes Tierfell in deinem Zuhause haben? Synthetische Felle sind hier eine super Alternative. Sie sehen inzwischen fast aus wie die Originale und fühlen sich auch ähnlich an. Zudem sind sie viel pflegeleichter: einfach in die Waschmaschine und alles ist wieder sauber.

    Orientteppiche – handgeknüpfte Schätze mit stilvollen Ornamenten

    Der Begriff des Orientteppichs ist sehr schwammig. Er bezeichnet Teppiche, die aus einem Gebiet kommen, das sich von Marokko über Nordafrika und den Nahen Osten bis nach Zentralasien und Indien erstreckt und auch als „Teppichgürtel“ bekannt ist. Die verwendeten Materialien und Muster variieren dabei stark, was bei der Größe des Gebiets kaum verwunderlich ist. Deshalb zählen sowohl Perserteppiche als auch türkische Kelims zu den Orientteppichen. Meist meint Orientteppich heute einen handgeknüpften Teppich mit Ornamenten. Wenn du es genauer bestimmen möchtest, musst du dich auf die jeweilige Region, den Knüpfstil oder die Traditionen bestimmter ethnischer Gruppen beziehen.

    roter Orientteppich

    Berberteppiche – geometrisch schön

    beiger Berberteppiche

    Als Berberteppiche bezeichnet man die Teppiche aus den Maghreb-Staaten Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Ursprünglich handelte es sich hier um reine Webteppiche, geknüpfte Exemplare gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch sind geometrische Motive wie Rauten, Dreiecke oder Kämme in gedeckten Erdtönen. Das Material ist meist Schafwolle.

    Der Allrounder – Läufer für Flur, Küche und Schlafzimmer

    Ein Läufer ist ein zumeist rechteckiger Teppich, der vor allem im Flur als Schmutzfänger verwendet wird. Allerdings hat sich die längliche Form auch für andere Räume als nützlich erwiesen, so dass du inzwischen auch kuschelige Hochflorläufer als Bettumrandung oder strapazierfähige Kurzflorläufer für die Küche finden kannst.

    grau-weißer Läufer

    Süße Motive und weicher Flor – Teppiche für das Kinderzimmer

    Kinderteppich mit grauem Hasen

    Teppiche für das Kinderzimmer punkten meist mit entzückenden Motiven und einem kuscheligen Flor. Für das Babyzimmer ist das prima – ein Teppich ist weich zu Krabbelknien und dämpft die ersten Gehversuche, die oft noch auf dem Hosenboden enden. Allerdings wird es danach oft schwierig: Hochflorteppiche schlucken Kleinteile und selbst auf Kurzflorteppichen wollen Spielfiguren nicht richtig stehen. Meist räumt der Nachwuchs dann selbstständig den Teppich beiseite, um Platz zu gewinnen. Auch schön.

    Der richtige Teppich für eine Fußbodenheizung

    Generell gilt: Fest verlegter Teppichboden ist bei einer Fußbodenheizung ungeeignet, da er die Wärme schlecht leitet. Ideal sind Fliesen. Allerdings wirkt ein Raum mit Fliesen optisch kühl – selbst wenn der Boden schön warm ist. Abhilfe schaffen Teppiche, die allerdings nur einen kleinen Teil der Fläche bedecken sollten, um die Heizkraft nicht über die Maßen zu beeinträchtigen.

    Am besten eignen sich bei einer Fußbodenheizung Flachgewebeteppiche mit einer hohen Wärmedurchlässigkeit, z.B. aus Jute oder Sisal. Denn: Je höher der Flor, desto weniger Wärme dringt durch das Gewebe. Kuschelige Shaggys solltest du deshalb eher in Räumen ohne Fußbodenheizung einsetzen.

    orangener Sisalteppich

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